
es ist gut, alleine zu sein. ich höre keine musik, bin gemütlich angezogen und rieche nach einen duft, den ich mag. ich stricke wie besessen, ohne sorge, dabei unsexy zu sein. überhaupt, diese sorge los zu sein. bin ich attraktiv genug, sollte ich mal wieder abnehmen, welche unterwäsche trage ich heute und die elendige prozedur der rasur. mein körper gehört mir.
dann die anderen gedanken. wenn ich dies oder jenes tu, mag er mich dann noch? soviele unsicherheiten, soviel angepasstheit, aufgabe der eigenen person.
keine zeit mehr für irgendwas anderes zu haben. ich muss doch malen, stricken, schreiben, lernen und lesen. spazieren gehen und irgendwelche menschen treffen. meine zeit gehört nur mir.
menschen in beziehungen leben für und mit den anderen menschen. das ist schön, aber was, wenn man sich selbst noch nicht gefunden hat und sich immer im anderen finden muss, ansonsten verliert man den halt. es geht in abhängigkeit, in hörigkeit über. und sei es nur die stimme am morgen, die einen fragt, ob dieser BH ihm gefallen wird. ob er meine kurzen haare mag, ob es okay ist, wenn ich diesen freitag mal alleine verbringe.
all die energie die in einer beziehung dafür draufgeht zu streiten. sich anzupassen, den anderen zu formen, zu fordern, zu geben. all die energie die man gibt nur um nicht alleine zu sein.




